
Schluss mit dem leeren Geldbeutel (7/7)Ihr studiert euer Traumfach, seid glücklich in der neuen Stadt, aber das Geld reicht trotz BAföG, Stipendium oder Eltern hinten und vorne nicht? Da gibt’s nur einen Tipp: Ein Nebenjob muss her! Doch was muss man bedenken und wo gibt’s eigentlich gut bezahlte Jobs, die Spaß machen und euch beruflich weiterbringen? Wie verraten´s euch!

Aber was nützt es einem, wenn man jeden Cent nachzählen muss? Vor einem Nebenjob bleibt ihr wahrscheinlich deshalb nicht verschont. Über 60 Prozent der Studenten verdienen sich durchschnittlich noch 300 Euro dazu. Selbst wenn euer Geld gerade so reicht, ist es nicht verkehrt, ein bisschen was in Petto zu haben.
Klassische Jobs sind kellnern oder babysitten. Gaststätten und Familien gibt’s an jeder Ecke und Studenten werden gern genommen. Aber wie wär´s denn mal, durch einen Job gleich den Lebenslauf etwas aufzupeppen? Hierfür müsst ihr euch nur einen Tag Zeit nehmen, das Internet, schwarze Brett oder ein Stadtmagazin durchforsten, um so eine passende Arbeit zu eurem Studiengang zu bekommen.
Vielleicht findet ihr auch ein tolles Angebot auf der Uniscene-Jobbörse, reinschauen lohnt sich in jedem Fall. Gibt´s nichts Interessantes, zeigt Initiative, informiert euch über Unternehmen in der Region und ruft einfach mal an. Durch eine tolle Bewerbung und ein kompetentes Auftreten könntet ihr einen spannenden Job ergattern.

Der Durchschnittslohn für Studenten liegt bei neun Euro. Innerhalb der einzelnen Branchen, Städte und Regionen unterscheidet sich dieser Betrag aber stark. Jobs im Service bringen oft nur sechs Euro, das Trinkgeld kommt noch oben drauf. So kann sich der Stundensatz mit einem netten Lächeln auf den Lippen schon mal ganz leicht auf 15 Euro erhöhen.
Als Babysitter oder Nachwächter bekommt ihr zwischen fünf und sieben Euro die Stunde. Zugegeben, das ist nicht viel, aber ihr habt Zeit, zwischendurch für die nächste Klausur zu lernen oder ein wichtiges Buch zu lesen.
Eine andere Möglichkeit bietet sich bei den Hochschulen selbst: Sie vergeben oft Studentenjobs, die zwar nicht aufregend, aber dafür stressfrei und wenigstens in der Nähe sind. Das Pendeln entfällt und ihr spart Zeit, die ihr für euer Studium sicher dringend braucht. Auch hier schwankt der Stundenlohn von Stadt zu Stadt stark (fünf bis zehn Euro). Fündig werdet ihr am schwarzen Brett in eurem Fachbereich.
Solltet ihr einen studiengangspezifischen Job in einem Unternehmen ergattern, seid ihr Geldsorgen wohl erstmal (fast) los: Sie zahlen je nach Vorwissen 15 Euro und mehr.
Das große „Aber“
Leider wird einem wie so oft nichts geschenkt und Abstriche bleiben nicht aus: Ihr müsst euch darauf einstellen, dass die Freizeit leidet, wenn ihr einen Job annehmt. Allein für das Studium solltet ihr 40 Stunden pro Woche einplanen, von Studiengang zu Studiengang unterscheidet sich das natürlich.
Auch Semesterferien sind nicht gleichbedeutend mit freier Zeit: Hier gibt es meist Hausarbeiten über Hausarbeiten und die nächsten Klausurtermine stehen schon fest. Es liegt letztendlich bei euch, wie viel Zeit ihr für Vorlesung, Seminare und Lernen investiert. Arbeitet ihr noch 15 bis 20 Stunden nebenbei, seid ihr schnell bei einer 60-Stunden-Woche, an die man sich wohl erstmal gewöhnen muss.
Doch eins solltet ihr immer bedenken: die Praxiserfahrung kann euch keiner mehr nehmen und diese ist schließlich heutzutage wichtiger denn je.
Achtung: Nur so genannte Mini-Jobs bis 400 Euro sind versicherungs- und lohnsteuerfrei. Kommt ihr darüber, müsst ihr einen reduzierten Beitrag zur Rentenversicherung zahlen und das BAföG wird gekürzt.
Ansonsten seid ihr von der Sozialversicherungspflicht befreit. Das gilt jedoch nur, wenn euer Studium Vorrang hat und ihr nicht mehr als 20 Wochenstunden bzw. 26 Wochen im Jahr arbeitet.
Ausnahmen sind befristete Beschäftigungen, die zwei Monate bzw. 50 Tage im Jahr nicht überschreiten. Es kann auch sein, dass eine Arbeit, die fast ausschließlich außerhalb der Studienzeit (abends, nachts, am Wochenende) stattfindet, ein Abweichen nach oben zulässt. Insgesamt solltet ihr den Grundfreibetrag von ca. 7834 Euro im Jahr nicht überschreiten. Dann bekommt ihr alle gezahlten Steuern erstattet. Auch Werbungskosten und Sonderausgaben könnt ihr geltend machen. Dafür müsst ihr natürlich eine Lohnsteuererklärung ausfüllen und abgeben.
Sicher, der Stundenplan ist voll, das Lernen zeitaufwendig und eure Freunde kommen sowieso schon viel zu kurz. Wie soll da noch ein Job zwischenpassen?
Doch eins müsst ihr bedenken, bevor ihr alle Pläne über den Haufen werft: Berufliche Erfahrungen stärken eure Flexibilität, sind super für den Lebenslauf und füllen obendrein auch noch den mageren Geldbeutel. Versucht es einfach, aufgeben könnt ihr dann schließlich immer noch! So stellt ihr euch später bei der Jobsuche wenigstens nicht seufzend die Frage „Ach hätte ich damals mal …“
Text: Sina Wendt
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