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Matthias Schweighöfer in Höchstform
Film-Tipp: RubbeldieKatz

Detlev Bucks neuer Streifen "RubbeldieKatz" ist so, wie er klingt: lustig, schnell und herrlich verwirrend. Denn wenn Matthias Schweighöfer in Nylons und Perücke schlüpft, muss man einfach lachen.

Die Honks eben: Alex, Jan, Jürgen und Basti (v. l. n. r.) gelangen bald von ihrer klapprigen Hollywood-Schaukel ins aufregende Hollywood-Business
Foto: Universal Pictures International
Da soll mal einer sagen, die Norddeutschen können nicht witzig sein! „RubbeldieKatz“ hat zwar wenig mit gewöhnlicher Hollywood-Comedy zu tun und auch britischer Slapstick ist etwas anderes. Trotzdem schafft es Detlev Buck auf sehr ungezwungene Weise, sein Publikum zum Lachen zu bringen. Der aus Bad Segeberg stammende Regisseur und Schauspieler hat bereits erfolgreiche Filme wie die Komödie „Männerpension“ (mit Til Schweiger) oder das viel besprochene Drama „Same Same But Different“ (mit David Kross) verwirklicht. Das wohl auffälligste Merkmal an Bucks Arbeit ist seine unglaubliche Vielseitigkeit. Nicht nur, dass er selbst vor und hinter der Kamera steht, auch in der Themenwahl seiner Filme ist er sehr frei. Wer hätte ahnen können, dass die Liebe zwischen einem jungen Deutschen und einer HIV-positiven Prostituierten aus Kambodscha in „Same Same But Different“ ein Thema desselben Regisseurs sein kann, der nun Matthias Schweighöfer in einer romantischverrückten Komödie zur Frau werden lässt? Bucks Bandbreite ist so groß, dass man ihn einfach ein Multitalent nennen muss.

In „RubbeldieKatz“ geht es um den angehenden Schauspieler Alexander Honk (Matthias Schweighöfer), der bisher von seinen beiden älteren Brüdern Jürgen (Detlev Buck) und Basti (Maximilian Brückner) erfolglos gemanaged wird. Die drei Männer leben mit ihrem guten Freund Jan (Denis Moschitto) zusammen in einer Berliner WG und wollen mit Alex’ Durchbruch endlich das große Geld machen. Doch bei den Honks ist der Name Programm: Sie kriegen einfach nichts hin und können sich nur mit Alexanders Theaterrolle als „Charleys Tante“ in dem gleichnamigen Stück über Wasser halten. Aber wie es das Schicksal so will, wird ein Hollywood-Regisseur auf Alex’ Website aufmerksam und sieht dort die Szenenfotos des Theaterstücks. Folglich nimmt er an, dass es sich bei Alex Honk um eine Frau handelt und lädt sie beziehungswese ihn zum Casting für einen Nazifilm ein, der in Berlin gedreht werden soll.

Und weil der Teufel in der Not eben Fliegen frisst, schmeißt sich Alexander alias Alexandra ordentlich in Schale und bekommt die Rolle als BdM-Führerin Maria. Die Honks feiern ausgiebig und solange die Brustimplantate sitzen, kann gar nichts schiefgehen. Doch dann taucht die Schauspielerin Sarah Voss (Alexandra Maria Lara) am Filmset auf, mit der Alex zuvor einen One-Night-Stand hatte. Die Mrs-Doubtfire-Maskerade wird zum Drahtseilakt, da Sarah mit ihrer vermeintlichen Filmkollegin eine enge Freundschaft eingeht, aber nicht erfahren darf, wer wirklich in den High Heels steckt.

„RubbeldieKatz“ ist viel mehr als eine romantische Komödie. Natürlich zieht sich die Liebesgeschichte zwischen Sarah und Alex als roter Faden durch den Plot, doch was den Film wirklich auszeichnet ist der unberechenbare und trockene Humor, der die ganze Zeit zu spüren ist. Es ist eine Kunst, den Zuschauer an Stellen zum Lachen zu bringen, die streng genommen gar nicht „witzig“ sind und einfach nur durch die humorvolle Grundstimmung eines Films komisch werden. So kann es passieren, dass man im Kino sitzt und einfach nur über die Honks lacht, weil sie so wunderbare und liebenswerte Trottel sind. Als Geheimwaffe ist außerdem Max Giermann von der TV-Comedyserie „Switch“ zu sehen, der als Hitler-Darsteller auftritt und ebenfalls für viele Lacher sorgt.

Und last but not least muss an dieser Stelle natürlich ein Lob für Matthias Schweighöfer ausgesprochen werden. Der 30-jährige Schauspieler hat uns schon in den Filmen „Keinohrhasen“ und „Friendship“ begeistert und feierte im August dieses Jahres mit „What a man“ sein Regiedebut. In „RubbeldieKatz“ beweist Schweighöfer, dass er auch als Frau eine gute Figur machen kann und absolut komödientauglich ist. Insgesamt ein schöner und lustiger Film, der mit seinem enorm trockenen und lässigen Witz überzeugt!

Start: 15.12., Deutschland 2011, D: Matthias Schweighöfer, Alexandra Maria Lara, R: Detlev Buck, für Fans von: Mrs. Doubtfire, White Chicks

LINKS ZUM THEMA

>offizielle Homepage zum Film

>der aktuelle Trailer

Fotocredits: Universal Pictures International

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Leser-Kommentare (3)
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