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Cassandra feiert regelmäßig zu Hause Privat-Partys
Achtung, Studentin allein zu Haus!

In Hamburg breitet sich die Wohnungsnot ungebremst aus. Besonders Studenten haben es schwer, ein bezahlbares Heim zu finden. Cassandra hat diese Probleme glücklicherweise nicht. Die Studentin lebt bei ihren Eltern und schmeißt regelmäßig in der hauseigenen Bar "Cassis Eck" Partys, die mittlerweile Kultstatus erreicht haben.

Cassandra in ihrer hauseigenen Bar „Cassis Eck“.
Foto: Carsten Schulz
Türen öffnen sich und wankende Gestalten bahnen sich ihren Weg in Richtung Wasserhahn. Zerrissene Girlanden schwimmen in halbvollen Sektgläsern und eine Katze bedient sich an den Resten des Buffets. Der Geruch von schalem Bier und Tabak hängt in der Luft.

„Ey, hat jemand mein Handy gesehen?“ Die plötzliche Lautstärke irritiert die komatös Schlafenden und so werden dem Fragenden aus verschiedenen Zimmern unverständliche Beleidigungen zugerufen.  Nein, das sind keine Szenen aus American Pie. Das ist ein typischer Tag im Leben von Cassandra.

Die 22-Jährige Hamburgerin studiert im 5. Semester Islamwissenschaften mit dem Nebenfach Jura an der Uni Hamburg. Wie viele Studenten, die Geld sparen wollen, wohnt sie noch bei ihren Eltern. Allerdings merkt sie davon gar nicht so viel. Denn im Sommer gehört ihr das große Haus in Tonndorf ganz allein.

Cassandras Eltern vermieten seit drei Jahren die Ferienapartments „Studios Psiloritis“ (www.ferien-kreta.de) im Süden Kretas und müssen diese besonders in der Ferienzeit persönlich betreuen. Deswegen verbringt Cassandras Mutter den ganzen Sommer auf der Insel. Ihr Vater kann wegen seines Ingenieurbüros nicht durchgehend fortbleiben, fliegt aber nur gelegentlich zurück nach Hamburg. Und Cassandra? Ähnlich wie Pippi Langstrumpf, nur mit Schildkröte und Katze an Stelle von Äffchen und Pferd, lebt die Studentin in ihrem großen Haus und erfreut sich ihrer Freiheit. Und natürlich tut sie dann das, was wir Studenten eben am besten können: feiern!

Cassandras Motto: "Leb´ Dein Leben wie eine Party..."
Foto: Carsten Schulz
Wie praktisch, dass Cassandra ihren Gästen neben Sauna und Pool auch eine hauseigene Bar bieten kann, die über einen stets aufgefüllten Wodkabestand verfügt.

Im Sommer 2008 wurde „Cassis Eck“ gründlich eingeweiht. Die Studentin weiß es noch genau: „Die erste große Party fand nach dem Abi statt. Ich hatte ein paar Freunde eingeladen, weil meine Eltern auf Kreta waren. Irgendwie hat sich das wohl herumgesprochen und am nächsten Abend standen dann etwa dreißig Leute in Badezeug in meinem Garten und warteten darauf, in den Pool zu springen.“

Die legendären Cassi-Partys waren geboren. Seitdem wird je nach Wetterlage mit oder ohne Pool gefeiert, aber immer mit viel Action. Manchmal auch mit zuviel Action.

„Auf einer Party wurde mal jemand zusammengeschlagen“, erinnert sich Cassandra. „Drei Typen, die ich nicht einmal kannte, haben die Sauna verwüstet. Ein Freund von mir wollte einfach nur helfen und ist letztendlich im Krankenhaus gelandet.“ Doch nicht immer geht es in Cassis Eck so wild zu. Die Bar ist gelegentlich auch ein Treffpunkt für Tonndorfs Dichter und Denker, die sich in gemütlicher Runde bei Whiskey und Zigaretten über das Leid der Welt austauschen.

Leb’ Dein Leben wie eine Party…
Happy Hour rund um die Uhr? Das wäre ja viel zu schön, um wahr zu sein. Cassandra feiert natürlich nicht ununterbrochen wilde Partys, sondern lebt und lernt eigentlich wie die meisten Studenten. Sie schläft unter Arabisch-Büchern ein, verdient ihr eigenes Geld als Kellnerin und wenn dann noch Zeit bleibt, malt sie leidenschaftlich gern. Die Stille im Haus ist dann genau das Richtige, wenn Cassandra ihrer Kreativität freien Lauf lassen will. Wer sich auf wilden Partys verausgabt und Entertainer spielt, braucht eben auch Zeit, seine Seele baumeln zu lassen.

Ob Cassandra auch irgendwann ausziehen will? „Ja, in anderthalb Jahren. Dann habe ich mein Auslandssemester hinter mir und so toll ist es auch nicht, immer noch bei Mama und Papa zu wohnen.“ Bis Cassandra ihre eigene Wohnung hat, wird die Partytradition natürlich noch fortgeführt. Und wer weiß, vielleicht eröffnet sie eines Tages ihre eigene Bar und verdient Geld mit ihrem Party-Talent. Bis dahin dürfen sich ihre Freunde noch auf einige erlebnisreiche Abende im altbewährten „Cassis Eck“ freuen.

Text: Michelle Ostwald
Fotos: Carsten Schulz
 

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Leser-Kommentare (3)
Lois (04.10.2012 11:57 Uhr)
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