
Marcel testet Hamburgs RestaurantsDas Mama Deli hat ganz frisch am Stephansplatz eröffnet und bietet Euch jede Menge mediterrane Spezialitäten. Bei uns könnt Ihr jetzt erfahren, ob sich das Vorbeischauen denn lohnt.

So bekommt Ihr, wie in Quick Service Restaurants üblich, bei der Bestellung eine kleine Taschendisco in die Hand gedrückt, die Euch durch Blinken und Vibrieren darauf aufmerksam macht, wenn Euer Essen zur Abholung bereit steht. Der sympathische Inhaber Kai Lüssem erzählt, dass die großen Flächen für ein klassisches Restaurant in guter Lage zu rar gesät waren. Deshalb hat er mit seinem Partner entschieden, sich auf schnelles aber hochwertiges Essen auf kleinem Raum zu spezialisieren.

Da sich die beiden Ex-Studenten ganz nach den Wünschen der Kundschaft richten wollen, haben sie sich für ein Soft-Opening ohne viel Werbung entschieden. Das heißt, dass es momentan noch einige Bewegung auf der Speisekarte geben wird und auch schon gab. So wurden mittlerweile die Tramezzini, italienisches Weißbrot mit verschiedenen Belägen, von der Karte genommen und werden bald durch mundgerechte Pizzainovationen ersetzt. Diese bestehen dann aus Pizzaschnecken, gefüllten Schiffchen und Muffins auf Pizzabasis.

„Es gibt sicher auch noch einiges zu verbessern und wir sind Kritik gegenüber aufgeschlossen“, sagt Kai und hat auch in diesem Punkt recht. So freundlich man vom Service begrüßt wird, so überfordert wirkt dieser leider noch, wenn es um die Sauberkeit der Tische geht. Es kann also passieren, dass man während des gesamten Aufenthaltes nicht nur sein eigenes Geschirr vor der Nase hat, sondern leider auch das des Vorgängers. Hier besteht also Nachholbedarf.
Die Frische und Qualität der Speisen ist aber wiederum eine der großen Stärken des Mama Deli. Der Koch schaut immer wieder nach dem Rechten und entsorgt notfalls Speisen, die schon zu lange hinter dem Glastresen auf Käufer warten. Mit ein wenig Feintuning und der ein oder anderen konstruktiven Kritik wird man das Mama Deli noch länger in Hamburg sehen, auch wenn die Konkurrenz um „Vapiano“ die Nase sicher noch vorne hat. Aber Konkurrenz belebt ja bekanntlich das Geschäft.
++DER TEST++
Beim freundlichen Service bestelle ich mir eine Tartine Caprese, ein mit Pesto eingeriebenes und mit Mozzarella und Tomate überbackenes Brot, für 3,50 Euro. Sehr lecker, auch wenn ein wenig Salz fehlt. Die Pasta Salmone, Spaghetti mit gebeiztem Lachs und Saurerrahm in Weißweinsauce, für 6,50 Euro bestelle ich mir als Hauptgang. Nach der gewünschten Nudelsorte werde ich leider nicht gefragt. Die Pasta ist komplett geschmacklos und der Sauce fehlt jegliche Würze. Schade. Nach dem Essen steht immer noch das Geschirr des Vorgängers auf meinem Platz. Das Team braucht anscheinend noch Zeit, sich einzuspielen.
(3 von 5 Sternen)
Text: Marcel Mengeú
hraehrh (15.03.2013 08:29 Uhr)
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