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Marcel testet Hamburgs Restaurants
Mama Deli: Konkurrenz für das Vapiano?

Das Mama Deli hat ganz frisch am Stephansplatz eröffnet und bietet Euch jede Menge mediterrane Spezialitäten. Bei uns könnt Ihr jetzt erfahren, ob sich das Vorbeischauen denn lohnt.

Neu am Stephansplatz: das Mama Deli
Kai Lüssem und Geoffrey Puech haben nach ihren zwei erfolgreichen Mama-Trattorien in der Neustadt und in Pöseldorf nun ihr Konzept erweitert und das „Mama Deli“ bei der U-Bahn-Haltestelle Stephansplatz in der Nähe des Dammtor Bahnhofs eröffnet. Ganz nach dem Vorbild „Vapiano“ gibt es hier eine große Auswahl an Pizzen, Pasta und anderen italienischen Leckereien. Die beiden ehemaligen BWL-Studenten wollen dabei vor allem gesundes Fast Food etablieren.

So bekommt Ihr, wie in Quick Service Restaurants üblich, bei der Bestellung eine kleine Taschendisco in die Hand gedrückt, die Euch durch Blinken und Vibrieren darauf aufmerksam macht, wenn Euer Essen zur Abholung bereit steht. Der sympathische Inhaber Kai Lüssem erzählt, dass die großen Flächen für ein klassisches Restaurant in guter Lage zu rar gesät waren. Deshalb hat er mit seinem Partner entschieden, sich auf schnelles aber hochwertiges Essen auf kleinem Raum zu spezialisieren.

"Litte Italy": Essen in angenehmer Atmosphäre
Schon auf den ersten Blick erkennt man die Ähnlichkeit zum „Vapiano“, auch wenn die vorherrschende Farbe hier türkis und nicht rot ist. Barhocker mit hohen Tischen und einem Fach in der Mitte, in dem Salz, Pfeffer und Öl stehen dominieren den Raum. Ein langer Glastresen gibt den Blick frei auf die verschiedenen, zum Aufbacken fertigen Pizzen, Tartinen und anderen zur schnellen Nahrungsaufnahme geeigneten Spezialitäten. Interessierte können außerdem dem Koch während der Zubereitung des gewählten Gerichts über die Schulter schauen.

Da sich die beiden Ex-Studenten ganz nach den Wünschen der Kundschaft richten wollen, haben sie sich für ein Soft-Opening ohne viel Werbung entschieden. Das heißt, dass es momentan noch einige Bewegung auf der Speisekarte geben wird und auch schon gab. So wurden mittlerweile die Tramezzini, italienisches Weißbrot mit verschiedenen Belägen, von der Karte genommen und werden bald durch mundgerechte Pizzainovationen ersetzt. Diese bestehen dann aus Pizzaschnecken, gefüllten Schiffchen und Muffins auf Pizzabasis.

"Leckeres Essen, aber noch den Teller vom Vorgänger vor der Nase"
Allgemein ist die Atmosphäre im Mama Deli sehr angenehm. Die warmen Farben und Lichter sorgen für einen großen Wohlfühlfaktor und die italienischen Speisen tun ihr Übriges dazu, sich wie in „Little Italy“ zu fühlen.
„Es gibt sicher auch noch einiges zu verbessern und wir sind Kritik gegenüber aufgeschlossen“, sagt Kai und hat auch in diesem Punkt recht. So freundlich man vom Service begrüßt wird, so überfordert wirkt dieser leider noch, wenn es um die Sauberkeit der Tische geht. Es kann also passieren, dass man während des gesamten Aufenthaltes nicht nur sein eigenes Geschirr vor der Nase hat, sondern leider auch das des Vorgängers. Hier besteht also Nachholbedarf.

Die Frische und Qualität der Speisen ist aber wiederum eine der großen Stärken des Mama Deli. Der Koch schaut immer wieder nach dem Rechten und entsorgt notfalls Speisen, die schon zu lange hinter dem Glastresen auf Käufer warten. Mit ein wenig Feintuning und der ein oder anderen konstruktiven Kritik wird man das Mama Deli noch länger in Hamburg sehen, auch wenn die Konkurrenz um „Vapiano“ die Nase sicher noch vorne hat. Aber Konkurrenz belebt ja bekanntlich das Geschäft.

++DER TEST++

Beim freundlichen Service bestelle ich mir eine Tartine Caprese, ein mit Pesto eingeriebenes und mit Mozzarella und Tomate überbackenes Brot, für 3,50 Euro. Sehr lecker, auch wenn ein wenig Salz fehlt. Die Pasta Salmone, Spaghetti mit gebeiztem Lachs und Saurerrahm in Weißweinsauce, für 6,50 Euro bestelle ich mir als Hauptgang. Nach der gewünschten Nudelsorte werde ich leider nicht gefragt. Die Pasta ist komplett geschmacklos und der Sauce fehlt jegliche Würze. Schade. Nach dem Essen steht immer noch das Geschirr des Vorgängers auf meinem Platz. Das Team braucht anscheinend noch Zeit, sich einzuspielen.

(3 von 5 Sternen)

Text: Marcel Mengeú

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Leser-Kommentare (4)
hraehrh (15.03.2013 08:29 Uhr)
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