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Mondo Lux – Die Bilderwelten des Werner Schroeter
UNISCENE Kino-Tipp: Mondo Lux

Elfi Mikeschs Dokumentation gründet auf ihre Freundschaft mit Werner Schroeter und zeigt die letzten Lebensjahren des berühmten vom Krebs gezeichnetet Regisseurs und Künstlers. "Mondo Lux" greift Schroeters Leitmotive assoziativ auf und glänzt mit sparsamen Zitate aus seinen Filmen sowie vielen persönlichen Kommentaren seiner Freunde und Arbeitskollegen. Von Margarethe Winkler

Mondo Lux – Die Bilderwelten des Werner Schroeter ab dem 7.4. im Kino
Foto: Mondo Lux Presse
Soviel vorweg: „Mondo Lux“ ist ein intensives Portrait, das vielseitig informiert, nah an der Person bleibt und eine Verbindung zwischen Film und Zuschauer schafft. Wer Dokufilme mag, wird diesen Film lieben. Er ist authentisch, lebensnah und aufklärend. Der vielfach preisgekrönte Theater- und Filmregisseur Werner Schroeter starb letztes Jahr nach langer schwerer Krankheit. Mit Arbeiten wie "Palermo oder Wolfsburg" und "Marianne Hoppe - Die Königin" wurde Schroeter bekannt, er erhielt noch letztes Jahr den Special Teddy Award für sein Lebenswerk. Er gehört zu den wenigen deutschen Filmemachern, die seit den ausgehenden 60er Jahren dem gängigen Mainstream den Rücken kehrten und mit formal innovativen Filmen eine neue Richtung in den deutschen Film brachten. Elfi Mikesch, die für ihn bei vielen Filmen die Kamera führte und ihn persönlich sehr nahe stand, gewährt nun einen intimen Einblick in die Arbeiten der letzten vier Jahre voller Schaffensdrang und Begeisterung für Kino, Theater und Fotografie. „Mondo Lux“ ist eine Annäherung an den Künstler, die neben der Arbeitsweise Schroeters auch biografische Zusammenhänge transparent macht und gleichzeitig das Bild eines Menschen zeichnet, der sich mit großer Leidenschaft dem Film, der Oper und dem Theater hingab. Die Doku zeigt Aufnahmen von den Arbeiten an seinem letzten Film „Diese Nacht“, verknüpft mit schicksalhaften Bildern und Rückblicken auf das Frühwerk des grandiosen Filmemachers. Der Film ist somit nicht nur ein schillerndes Portrait, sondern auch eine berührende Auseinandersetzung mit Künstlertum und Sterblichkeit. Werner Schroeter war der Meister des Liebesschmerzes. Sinnliche Bilder und kraftvolle Töne setzte er in Form einer radikalen Ästhetik um.

„Mondo Lux“ versteht sich auch als Dokumentarfilm mit Augenzwinkern. Denn der Titel gibt einen Wink auf das Genre des Dokumentarfilms und der Mondo-Filme selbst. Mondos waren nämlich Als-ob-Dokumentarfilme, die vor allem im Italien der 60er und 70er Jahre Fiktionen der Dokumentation herstellten. Viele Ausschnitte aus Schroeters Filmen, von „Eika Katappa“ bis „Diese Nacht“, zeichnen das farbige Spektrum seines filmischen Schaffens nach. Weitab von sterilen Dokumentationsformaten, erlebt der Zuschauer eine gefühlvolle Betrachtung, die nah an Schroeter stattfindet und Personen einbezieht, um ein umfassendes Bild zu zeichnen.

Start: 7.4., Doku, Deutschland 2011, D: Isabelle Huppert, Ingrid Caven, R: Eli Mikesch, 97 Min., für Fans von: Living with Michael Jackson

 

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Leser-Kommentare (1)
Alyn (07.10.2012 07:40 Uhr)
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