
Models engagieren sich für das Altonaer MuseumUNISCENE Tipp: Models im Altonaer Museum
Das Altonaer Museum präsentiert mit dem Solidaritätskalender 2011 ein ungewöhnliches Fotoprojekt. Attraktive Models posierten kostenlos vor Ausstellungsstücken. Wir fragten Initiatorin Antje Schmidt, was das eigentlich soll. Von Kai Hoffmann

Interviewpartnerin: Antje Kleinerer
Die Idee war, einmal auf andere Weise zu zeigen, dass das Altonaer Museum attraktiv ist. Und wer könnte das besser vermitteln als attraktive Menschen vor attraktiven Ausstellungsobjekten? Als ich Maik Tangel und Philipp Brugger von der Modelagentur Spin von der Idee erzählte, einen solchen Kalender im Museum zu produzieren, waren sie sofort dabei und haben bekannte Fotografen und die Models angesprochen. Alle, vom Stylisten bis zum Grafiker haben auf ihr Honorar verzichtet, um uns zu unterstützen.
Models und Museum? Wie passt das eigentlich zusammen?
Für die Models und die Fotografen mit ihren Teams war das Museum besonders faszinierend, eben weil sie normalerweise nicht an Orten wie historischen Bauernstuben arbeiten. Da gab es dann eine ganz andere Herangehensweise an die Objekte, die wiederum für uns Museumsmitarbeiter sehr spannend und motivierend war. Gerade dieser Kontrast macht auch den Reiz des Kalenders aus.
Inwiefern kann der Verkaufserlös dem Erhalt des Museums dienen?
Der Erlös geht an den Verein der Freunde des Altonaer Museums und soll dazu dienen, weitere Veranstaltungen für die Aktion "Wir sind das Altonaer Museum" durchführen zu können. Wir möchten gerne noch mehr Menschen für das Altonaer Museum begeistern –und zwar mit neuen und ungewöhnlichen Vermittlungsformaten, die gerade auch junge Leute ansprechen. Sehr gut kam jüngst auch der "Seemannsgarnbattle" zwischen Schauspielern vom Deutschen Schauspielhaus und Museumsmitarbeitern an, in dem wahlweise eine wahre und eine erfundene Geschichte über Objekte im Museum erzählt wurde. Die Besucher mussten dann das "Seemannsgarn" entwirren.

Ames Raum
Foto: Denys Karlinskyy
Dass die Ergebnisse so unterschiedlich und ungewöhnlich geworden sind. Allerdings freue mich schon auf den Januar 2012. Die Gäste sehen das Museum ja jetzt mit ganz anderen Augen. Und wenn ich an unserer Schiffbauwerkstatt vorbeigehe, wo das gewagte Motiv für den aktuellen Kalender aufgenommen wurde, dann kann ich mir ein Grinsen nicht verkneifen.
Warum sollten Institutionen wie das Altonaer Museum auch zukünftig aus Steuermitteln bezuschusst werden?
Die Verantwortung, die eigene Vergangenheit auch für zukünftige Generationen zu bewahren, darf man nicht an Sponsoren abgeben. Die Bewahrung von Kultur und deren Vermittlung ist zudem ein Wirtschaftsfaktor, in den es sich zu investieren lohnt.
Was haben Sie aus den letzten Monaten persönlich gelernt?
Dass es sich lohnt, sich für etwas einzusetzen und dass eine Krise immer auch neue Chancen bieten kann.
Der Kalender ist zum Preis von 19,90 Euro im Museumladen des Altonaer Museums erhältlich und kann über freunde@altonaermuseum.de zzgl. Versandkosten bestellt werden.
Leser-Kommentare (1)
lvbags@ymail.com (06.10.2012 20:22 Uhr)mulberrysale
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